Domaine du Vissoux — St-Verand

Die Domai­ne du Vis­soux von Mar­ti­ne und Pierre-Marie Cher­met­te ist ein gutes Bei­spiel für die Ent­wick­lung der letz­ten 20 Jah­re im Beau­jo­lais. Die Domai­ne, die sich im süd­li­chen Teil des Beau­jo­lais, den „Pier­res Dorées“ befin­det, gibt es schon seit dem 17. Jahr­hun­dert. Erst Anfang der 80er-Jah­re begann sie jedoch, ihre Wei­ne selbst zu ver­mark­ten. Anfang der 90er wur­den Par­zel­len in Mou­lin-à-Vent und Fleu­rie dazu gekauft, Anfang der 00er-Jah­re eine wei­te­re Par­zel­le in Mou­lin-à-Vent und eine in Brouil­ly. Die Wein­ber­ge der Domai­ne befin­den sich zum einen in der Nähe von Oingt in einem Wei­ler namens Saint-Ver­and, wo die Domai­ne ins­ge­samt 14 ha bewirt­schaf­tet. Von hier kom­men die ver­schie­de­nen Beau­jo­lais (tout court) Cuvées, von denen es drei rote Beau­jo­lais, einen Wei­ßen und einen Rosé gibt. Außer­dem besitzt die Domai­ne zwei Par­zel­len in Fleu­rie (Les Garants und Pon­cié), drei Par­zel­len in Mou­lin-à-Vent (La Rochel­le, Roche­grès und La Roche) und eine Par­zel­le in Brouil­ly (Pier­reux). Auch wenn die Fla­schen­zahl recht gering ist, sind auch die Cré­mants de Bour­go­gne der Domai­ne ein wich­ti­ges Stand­bein. Von 2,5 ha wer­den aus 100% Char­don­nay ein Brut und ein Extra-Brut Cré­mant erzeugt. Die Domai­ne arbei­tet nach der lut­te rai­son­né, beschränkt den Pes­ti­zid- und Her­bi­zid-Ein­satz auf ein Mini­mum. Die Reb­zei­len wer­den begrünt und alles per Hand gele­sen. Im Kel­ler wer­den alle Wei­ne (auch die Pri­meurs) außer den Cré­mants spon­tan ver­go­ren, im Regel­fall nicht chap­ta­li­siert und mit einem Mini­mum an SO2 abge­füllt. Die Domai­ne prak­ti­ziert die Mace­ra­ti­on semi-car­bo­ni­que. Dies ergibt sehr pure und rein­tö­ni­ge Wei­ne, die sich durch eine kla­re Frucht und fei­ne Mine­ra­li­tät aus­zeich­nen. Klas­si­ker im bes­ten Sin­ne.

Bei uns im Pro­gramm seit dem Jahr­gang 2007

Beau­jo­lais Cuvée Tra­di­tio­nel­le Gamay; 35 — 85 Jah­re alte Reben in St. Vérand. Dun­kler Gran­it­bo­den. Seit Jah­ren schon der meist­ver­kauf­te Wein unse­res Geschäfts

Beau­jo­lais Cuvée Coeur de Vend­an­ges: Gamay; Die­ser Wein ist einer der größ­ten Geheim­tipps im Beau­jo­lais. Er kommt aus dem Süden des Beau­jo­lais, von zwei Par­zel­len in St. Ver­and und Vaux-en-Beau­jo­lais mit jeweils über 100 Jah­re alten Reben auf schwar­zen Gra­nit­bö­den. Aus­ge­baut wird der Wein 6 Mona­te in gebrauch­ten gro­ßen und klei­nen Holz­fäs­sern. Wer meint, ein „ein­fa­cher“ Beau­jo­lais sei stets ein eher leich­ter „Sauf­wein“, wird bei dem Coeur de Vend­an­ges gro­ße Augen bekom­men. Die uralten Reben erge­ben hier eine her­vor­ra­gen­de Kon­zen­tra­ti­on der Aro­men, die aber stets schwe­re­los und nicht mar­me­la­dig daher­kommt. Die Mine­ra­lik die­ses Weins ist schier unglaub­lich.

Fleu­rie Pon­cié: Die Lage Pon­cié liegt nörd­lich des Dor­fes Fleu­rie, recht hoch am Hang. Süd­lich befin­det sich die ande­re von Vis­soux bewirt­schaf­te­te Par­zel­le Les Garants, öst­lich die bekann­te Lage Les Mori­ers. Hier fin­det sich der für Fleu­rie typi­sche degra­dier­te pin­ke Gra­nit mit Mica- und Quartz-Antei­len. Die Reben von Vis­soux sind ca. 35 Jah­re alt. Durch die Lage recht wei­te oben am Hang sind die Pon­ciés von Vis­soux häu­fig etwas schlan­ker als die Les Garants. Sie sind wür­di­ge Ver­tre­ter der Appela­ti­on Fleu­rie, sehr flo­ral, eher rot- als dun­kel­fruch­tig, sei­dig im Mund und sehr ele­gant.

Fleu­rie Les Garants: Die Lage liegt, nur getrennt von der Lage Les Roches, süd­lich von Pon­cié und gehör­te frü­her zur AOC Mou­lin-à-Vent. Auch hier ist der rosa Gra­nit von Mica- und Quarz­an­tei­len durch­setzt. Die Lage erbringt sehr voll­mun­di­ge Wei­ne, wes­halb Pierre-Marie Cher­met­te sie auch teils in neu­en Holz­fäs­sern aus­baut. Der Wein ist schon farb­lich regel­mä­ßig etwas dunk­ler als der Pon­cié, auch sehr flo­ral, hier aber eher dun­kel- als hell­fruch­tig. Das Tan­nin ist etwas aus­ge­präg­ter. Der Les Garants von Cher­met­te zahlt eine mehr­jäh­ri­ge Lage­rung im Kel­ler durch eine sehr schö­ne Kom­ple­xi­tät zurück.

Mou­lin-à-Vent Les Trois Roches: Die­ser Wein heißt erst seit ein paar Jah­ren „Trois Roches“. Zunächst hat­te die Domai­ne in Mou­lin-à-Vent nur die Par­zel­le Roche­grès, 2002 kam die Par­zel­le La Rochel­le dazu (der Wein hieß dann „Les Deux Roches“). Seit ca. 2005 kauft die Domai­ne noch Trau­ben aus der Lage „Roche Noi­re“ hin­zu. Voi­là – les Trois Roches. Der Gra­nit in Mou­lin-à-Vent ist vor allem von vul­ka­ni­schem Man­ga­ne­se-Gestein durch­setzt. Der Mou­lin-à-Vent der Domai­ne ist viel­leicht ihr kom­plet­tes­ter Wein, dunk­le und hel­le Frucht­aro­men ver­bin­den sich hier mit dezent rau­chi­gen Noten. Der Wein strahlt die Nobles­se aus, die die bes­ten Exem­pla­re aus Mou­lin-à-Vent aus­zeich­net, reift her­vor­ra­gend, trinkt sich man­gels domi­nan­ter Holz­no­ten aber auch jung schon sehr gut.

Cré­mant de Bour­go­gne: Char­don­nay; Den Cré­mant de Bour­go­gne der Domai­ne gibt es als Brut mit nied­ri­ger Dosa­ge und als Extra Brut mit nur mini­ma­ler Dosa­ge. Aus 2,5 ha, die mit Char­don­nay auf Kalk­mer­gel­bö­den bepflanzt sind, erzeugt Pierre-Marie Cher­met­te seit 2009 in Koope­ra­ti­on mit einem befreun­de­ten Win­zer einen sehr schwung­vol­len, fein­per­li­gen Schaum­wein, der sti­lis­tisch an Blanc des Blancs Cham­pa­gner erin­nert.

Beau­jo­lais blanc: Char­don­nay; 15 — 40 Jah­re alte Reben aus 3 Par­zel­len in St. Ver­and und Oingt. Fein und lecker.

die ver­füg­ba­ren Wei­ne von Vis­soux fin­den unter dem Link WEINE